Was ist das SRS-System im Auto?


Di Airbag24
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Was ist das SRS-System im Auto?

SRS steht für „Supplemental Restraint System" – auf Deutsch „Ergänzendes Rückhaltesystem". Es umfasst alle passiven Sicherheitskomponenten im Fahrzeug, die zusätzlich zum Sicherheitsgurt bei einem Unfall Schutz bieten: Airbags, Gurtstraffer, Crashsensoren und das zentrale Airbag-Steuergerät.

Das SRS ersetzt nicht den Sicherheitsgurt, sondern ergänzt ihn. Gurt und SRS arbeiten als System zusammen – der Gurt hält den Insassen in Position, während Airbags und Gurtstraffer die Aufprallenergie abfedern und verteilen. Nur wenn beide Systeme korrekt funktionieren, ist der bestmögliche Schutz gewährleistet.

Welche Komponenten gehören zum SRS?

Das SRS-System besteht aus dem Airbag-Steuergerät als zentrale Einheit, mehreren Crashsensoren, den Airbag-Modulen (Front, Seite, Vorhang, Knie), Gurtstraffern mit Lastbegrenzern, der Sitzbelegungsmatte und der Wickelfeder im Lenkrad. Alle Komponenten kommunizieren über den CAN-Bus miteinander.

Komponente Funktion Position im Fahrzeug
Airbag-Steuergerät Zentrale Steuerung, Auslöseentscheidung Unter Mittelkonsole oder Tunnel
Crashsensoren Erkennung von Aufprall und Verzögerung Front, Seiten, B-Säulen
Frontairbags Schutz bei Frontalaufprall Lenkrad und Armaturenbrett
Seitenairbags Schutz bei Seitenaufprall In Sitzlehnen oder Türverkleidung
Vorhangairbags Kopfschutz bei Seiten- und Überschlag Im Dachhimmel seitlich
Knieairbags Schutz der Beine vor Lenkstange Unter Armaturenbrett
Gurtstraffer Sofortiges Straffen des Gurtes bei Crash An der B-Säule / Gurtschloss
Sitzbelegungsmatte Erkennung, ob Beifahrersitz belegt ist Im Sitzpolster Beifahrerseite
Wickelfeder Elektrische Verbindung Lenkrad–Steuergerät Hinter dem Lenkrad

Wie funktioniert das SRS-System?

Das SRS-Steuergerät überwacht permanent alle Sensoren im Fahrzeug. Bei einem Aufprall messen die Crashsensoren die Verzögerung und senden diese Daten ans Steuergerät. Innerhalb von Millisekunden entscheidet das Steuergerät, welche Airbags und Gurtstraffer ausgelöst werden – abgestimmt auf Unfallart, Aufprallstärke und Sitzposition.

Ablauf bei einem Unfall

  1. Aufprall erkannt: Crashsensoren messen die Verzögerung (innerhalb von 5-10 Millisekunden)
  2. Plausibilitätsprüfung: Steuergerät vergleicht Daten mehrerer Sensoren zur Bestätigung
  3. Auslöseentscheidung: Art und Schwere des Aufpralls bestimmen, welche Rückhaltemittel aktiviert werden
  4. Gurtstraffer zünden: Gurte werden sofort gestrafft, um Insassen in Position zu halten
  5. Airbags zünden: Gasgeneratoren füllen die Airbags innerhalb von 30 Millisekunden
  6. Energieabbau: Airbags lassen kontrolliert Luft ab, um die Aufprallenergie zu absorbieren

Das gesamte System reagiert schneller als ein Wimpernschlag. Vom Aufprall bis zum vollständig aufgeblasenen Airbag vergehen nur etwa 30-50 Millisekunden.

Was bedeutet die SRS-Warnleuchte?

Die SRS-Warnleuchte im Kombiinstrument zeigt den Status des Rückhaltesystems an. Kurzes Aufleuchten nach dem Start (2-5 Sekunden) ist normal – das System führt einen Selbsttest durch. Leuchtet die Lampe dauerhaft, liegt ein Fehler vor und das SRS ist ganz oder teilweise deaktiviert.

  • Kurzes Aufleuchten beim Start: Normal – Selbsttest erfolgreich
  • Dauerhaft an: Fehler im System – Airbags lösen möglicherweise nicht aus
  • Blinkt: Aktiver Fehler – sofort Werkstatt aufsuchen
  • Leuchtet gar nicht: Lampe defekt oder manipuliert – ebenfalls ein Fehler

Eine dauerhaft leuchtende SRS-Leuchte ist ein erheblicher Mangel bei der TÜV-Prüfung. Das Fahrzeug besteht die Hauptuntersuchung nicht, solange der Fehler besteht.

Was passiert bei einem SRS-Defekt?

Bei einem Defekt im SRS-System deaktiviert das Steuergerät aus Sicherheitsgründen das gesamte Rückhaltesystem oder Teile davon. Im Ernstfall lösen Airbags und Gurtstraffer nicht aus – die Insassen sind bei einem Unfall nur noch durch den Sicherheitsgurt geschützt, ohne die ergänzende Schutzwirkung des SRS.

Das Steuergerät speichert den Fehlercode dauerhaft im Speicher. Selbst wenn die Ursache nur ein kurzzeitiger Wackelkontakt war, bleibt der Fehler gespeichert und muss mit einem Diagnosegerät gelöscht werden. Eine professionelle Diagnose in der Werkstatt klärt die genaue Ursache.

Häufige SRS-Fehlerursachen

  • Crash-Daten gespeichert: Nach einem Unfall blockiert das Steuergerät das System
  • Sitzbelegungsmatte defekt: Beifahrer-Airbag wird dauerhaft deaktiviert
  • Crashsensor korrodiert: Feuchtigkeit beschädigt die Sensorelektronik
  • Wickelfeder gerissen: Fahrerairbag kann nicht mehr ausgelöst werden
  • Stecker oxidiert: Kontaktprobleme an Steckverbindungen unter den Sitzen

Häufige Fragen zum SRS-System

Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das SRS-Rückhaltesystem im Auto.

Kann man ohne funktionierendes SRS fahren?

Das Fahrzeug ist technisch fahrbar, aber im Falle eines Unfalls bieten Airbags und Gurtstraffer keinen Schutz. Zudem fällt das Fahrzeug bei der TÜV-Prüfung durch. Wir empfehlen, SRS-Fehler umgehend beheben zu lassen.

Kann das SRS-System repariert werden?

Ja. In den meisten Fällen lässt sich das Problem durch Reparatur des Steuergeräts, Löschen von Crash-Daten oder Austausch einzelner Komponenten beheben. Airbag24 repariert SRS-Steuergeräte aller Marken – TÜV-sicher und mit über 20 Jahren Erfahrung.

Was kostet eine SRS-Reparatur?

Die Kosten hängen von der Ursache ab. Eine Steuergerät-Reparatur bei Airbag24 ist bis zu 50% günstiger als ein Neuteil. Genaue Preise für dein Fahrzeugmodell findest du in unserem Shop – wir helfen dir gerne weiter.

Ist SRS und Airbag das Gleiche?

Nicht ganz. Der Airbag ist ein Teil des SRS-Systems. Das SRS umfasst zusätzlich Gurtstraffer, Crashsensoren, Sitzbelegungsmatten und das zentrale Steuergerät. Alle Komponenten arbeiten zusammen, um bei einem Unfall optimalen Schutz zu bieten.


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